Greatest (S​)​Hits XII - Snowing on Indiscernible Pathways

by Atrophic

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about

Es gibt viel, was man zu "Greatest (S)Hits XII - Snowing on Indiscernible Pathways" sagen kann. Zum Beispiel, dass es krank ist. Oder unerträglich. Oder erbärmlich. Oder lächerlich. Alle diese Beschreibungen sind zutreffend, verkennen das Werk aber in seiner fundamentalen Absicht: Es wurde geschaffen, um die Menschheit restlos und nachhaltig zu verwirren. Das beginnt schon beim Titel, der dreisterweise behauptet, das Album sei das zwölfte atrophische Album, obwohl es als elftes erschien. Dass das nur daran liegt, dass es schon während den Aufnahmen zum eigentlichen elften Album begonnen wurde und dank seiner Kürze und dem Mangel an aufwändigen Produktionstechniken zuerst fertig war, ist dabei egal.

"Snowing on Indiscernible Pathways". Was hat das zu bedeuten? (Nichts.) Alles. Der Schnee ist natürlich die Atrophie, die mit ihren unkonventionellen Methoden die Pfade der musikalischen Struktur zuschneit und dabei unsichtbar macht. Da bleibt es nicht ausgeschlossen, dass nichtsahnende Zuhörer sich verirren. Dafür ist der Baum auf dem Albumcover da. Hier können sich atrophieunerprobte Wanderer ausruhen und neue Kräfte sammeln. Die klare Struktur des Baumes, der zum besseren Verständnis in zwei Teile geteilt wurde, strahlt durch den hohen Wiedererkennungswert etwas Beruhigendes aus, an dem man sich im Chaos der atrophischen Notenvergewaltigung orientieren kann.

All das ist natürlich nur (Gelaber, das den Eindruck erwecken soll, dass dieser grässliche Lärm eine tiefere Bedeutung hat) eine Metapher für die Musik, die sich auf diesem göttlichen Album befindet. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Gemeinsamkeiten diese 12 Songs mit Schneeflocken haben. Ihre Struktur ist rein zufällig, ist dennoch aber höchst variabel, weshalb zwei Schneeflocken (Atrophien) auch niemals gleich sind. Genau wie Schneeflocken sind die Songs sehr klein (kurz), was ihre natürliche Schönheit (Garstigkeit) nur noch mehr zum Ausdruck bringt, weil alles unnötige (musikalische) weggelassen wurde. Die Songs sind sehr naturbelassen (unproduziert), da sie schmelzen (erträglich werden) würden, wenn man sie anfasst (mit unnötigen Effekten verunstaltet). Alle 12 Songs sind 1:11 Minuten lang oder kürzer, was zu einer Gesamtspielzeit von gerade einmal 16 Minuten führt. Ein atrophischer Rekord!

Am charakteristischten ist aber die Struktur- und Melodielosigkeit der Songs, die ein neues Höchstmaß erreicht. Die wenigen melodieähnlichen Gebilde, die sich hier finden lassen, klingen abstrus und lächerlich. Manche Songs wie "Trapping Wasps for an Insect Duel" haben mehr oder weniger überhaupt keinen Inhalt und bestehen nur aus scheußlichem Lärm. Das gestaltet den Hörgenuss schwierig bis unmöglich, in jedem Fall aber nicht die Mühe wert. Die Aggressivität des zehnten und die Ruhe des zweiten neunten Albums haben sich auch in einzelne Teile des Albums hinübergerettet, zumeist herrscht aber eine Klangvergewaltigung vor, die aufgrund ihrer zur Verzweiflung führenden Dummheit schwer zu beschreiben ist. Wer das nicht glaubt, soll sich nur einmal den Anfang von "Sawing Broomsticks for Less Comfort" oder gar "Filling Glue Tubes with Anti-Stick-Paste" anhören.

Der auf dem Albumcover zu sehende Baum lässt sich in der Musik nicht wiederfinden, schließlich wollen wir es den Hörern nicht zu einfach machen. Weitere Verwirrung wird durch die Songnamen gestiftet, die allesamt unnötige und sinnlose Tätigkeiten beschreiben. Diese werden dann in den jeweiligen Songs hinreichend vertont. Ein genauerer Blick auf das Albumcover bringt eine grausige Entdeckung mit sich. Statt "Indiscernible" heißt es dort "Indiscernable". Wem klar ist, was das zu bedeuten hat, der hat verstanden, worum es in diesem Album geht, dem Album, das wohl bis auf Weiteres an Unnötigkeit, Unhörbarkeit und Unverständlichkeit unübertroffen bleiben wird.

credits

released 31 August 2011

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